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So, nun hab ich es also tatsächlich nach Hause geschafft, trotz der Attentate von seiten meines Autos...
UND ES WAR GENIAL. Viel besser kann ein Wochenende nicht mehr sein. Bis auf... aber der Reihe nach.

Weil ich aber keinen langweilen will und vor allem keine Friendlist zum Explodieren bringen will, müsst ihr, falls ihr meine Ergüsse lesen wollt, noch einmal klicken...
Vorläufig gibts aber bloß den Donnerstag.



Mittelerde-Fest '03
(Teil 1 - Per Rennmeerschwein nach Mittelerde)
Donnerstag, 17.07.03

Unglaublicherweise höre ich den Wecker um 6:00 nicht nur, sondern ich reagiere sogar drauf. Nach diversen vergeblichen Versuchen, meine Haare einigermaßen zu flechten, gebe ich auf, kehre den Flur und belade das Auto (nachdem ich eine Viertelstunde vergeblich nach den Filmen gesucht habe, die ich inzwischen zuhause unterm Bett gefunden habe *grummel*) . Nach einem Tankstop gehts denn auch auf die Autobahn...
die trotz der frühen Stunde recht voll ist, und einen Stau auf der A61 kriege ich voll mit. Ich bin allerdings froh, nicht auf der A3 zu sein, die voll gesperrt ist wegen eines Gefahrgutlasterunfalls - 15 Kilometer Stau in beiden Richtungen...
Wirklich spektakulär ist die Fahrt aber nicht, also erspar ich euch näheres. Fast.
In Freiburg lege ich einen Zwischenstopp ein, um Arwen und Cye zu besuchen. Natürlich hat das so seine Tücken, denn Cyes wunderbare Wegbeschreibung scheitert daran, das die Ausfahrt, die ich hätte nehmen sollen, gesperrt ist. Nach zwei Runden durch St. Georgen biege ich endlich in die richtige Straße ein, die mich immerhin vor den Real bringt, den er erwähnt hat... und nach einer weiteren Runde sehe ich dann den Elbenweg, und bald darauf auch den Rebenweg. Noch ein kleiner Irrweg, dann bin ich endlich im gute-Laune-orangefarbenen Durchgangsesszimmer, werde meine Muffins los und kriege Tee und Puddingbrezeln. Weil ich aber das Fußballspiel nicht verpassen will, muss ich bald wieder los...
Ich schaffe es aber trotzdem nicht. Da ich dummerweise vergessen hatte, dass in der Schweiz generell allerhöchstens 120 km/h gefahren werden dürfen und ich auch noch eine Tanke finden muss (umgerechnet 95 Cent pro Liter - lohnt sich also), komme ich erst um 18:00 in Leuk an. Seit dem Genfer See (unglaublich türkis - überhaupt ist die Landschaft umwerfend, nur die Rhône war letztes Jahr beeindruckender) zickt mein Auto auch ein wenig rum, und das letzte Stück, den Leuker Berg hoch, muckelt es nur noch. Mit viel gutem Zureden bringt es mich aber brav vors Ratsschloss, wo ich einchecke (braucht die 12 Gratisparkminuten auf), umpacke, die Parkuhr mit einem halben Fränkchli füttere und mich auf den Weg nach Moria mache. So sehe ich zum ersten Mal einen echten Bunker (die Schweiz ist ja sehr sicherheitsbewusst), und nach der ersten Nacht weiß ich auch, warum die Schweiz neutral ist - damit möglichst nie jemand in die Bunker muss...
Im Moment ist aber Tag, sämtliche Türen sind offen, und nach ein wenig Rumgefrage finde ich auch noch eine freie Schaumstoffmatte auf einer Sperrholzplatte auf einem Metallgestänge, der Einfachheit halber als Bett bezeichnet, und als ich mich umgezogen habe, höre ich laute "Seppel is our King"-Gesänge (was wieder mal beweist, dass die ständige "Harry Potter vs Herr der Ringe"-Streiterei völlig überflüssig ist *g*), was mich darüber informiert, dass Zwietracht Mordor zum ersten Mal in der MEF-Geschichte das Fußballspielgewonnen hat - 2:0, und beide Tore (glaub ich jedenfalls) durch Anti-Elb a.k.a. Seppel. Tragisch, denn nun müssen die armen Gondorianer sich die ganze Zeit Spottgesänge anhören.
Der Bunker sieht im Moment echt irre aus - an den Metallgestängen hängen Brustpanzer (mit "ich bremse auch für Orks"-Aufklebern) oder Kettenhemden, an den ehemals nackten Betonwänden edle Elbenkleider - nette Kontraste.
Nund wir aber das immer noch muckende Rennmeerschweinchen "do hintr dä Brückch" (kleiner Insider) abgesetzt, wo es sich von der Fahrt erholen darf, und dann lese ich gerade eine SMS von Néniel, als ich ihr auch schon vor die Nase laufe. Sie, Olwe und Maksatân (oder so ähnlich) vertreten sozusagen die DTG in Leuk; im Moment wartet sie aufs Essen (Schicht 1 futtert schon, aber da hat es nur Maksâtan reingeschafft). Vorläufig betrachten wir die Berge, die im Dunst merkwürdig unwirklich aussehen und weiter hinten, in Richtung Genfer See, immer diffuser werden, als ob sie sich nach und nach in Luft auflösen werden. Dann nehmen wir unser Rinderragout mit Polenta (sehr gut gewürzt, aber diverse Leute beschweren sich...) in der zweiten Schicht im oberen Raum zu uns statt im überfüllten Rittersaal. Nach dem Essen reicht die Zeit noch gut, um sich einen Umhang zu holen (was, man staune, tatsächlich nötig ist, denn nachts wurde es tatsächlich kalt, außer im Bunker) und auf der großartig, mit den unterschiedlichsten Bannern (Gondor, Rohan, irgendwas elbisches- vermutlich Elronds Haus, Mordor, der Tolkien-Rune, Sarumans weiße Hand (das einzige Banner, das das Fest nicht überlebt), Earendil, Gil-galad und Dol Amroth) dekorierten Wiese zu sitzen, bevor die Dudelsackspieler aufkreuzen und zur Einstimmung rumdudeln (man hätte sich auch "Spell- Aufgang der schwarzen Monde", einen selbstgedrehten Fantasyfilm, desen Darsteller fast alle anwesend sind). Dann versammelt sich das Okcha auf der Bühne, und Varuna eröffnet das Fescht. Das Feuerwerk wird uns verboten, weil in der ganzen Schweiz akute Brandgefahr herrscht; der Fackelumzug ist aber erlaubt. Sie erklärt uns, wie wir gleich die Fackeln zusammenbauen sollen (ob die von Ikea sind?), und bittet alle Helferlein, sich kurz im Grünen Drachen zu versammeln. In der Zeit wird es engültig dunkel.
Wir schluffen derweil nach oben (das ist der große Nachteil an Leuk - man kommt nirgendwo hin, ohne bergauf oder bergab zu kraxeln), erbeuten Fackeln, und weil wir sie erst ziemlich spät anzünden, halten sie sogar bis zum Ende. Die Dudelsackspieler und Trommler formieren sich, und auf gehts. Das ganze ist nicht nur wegen der Fackeln gefährlich, sondern auch wegen diverser unzureichend geschützter Waffen (ich renne mehrmals fast in ein Schwert... wenn man sowas schon nur in einer Schlaufe trägt, dann bitte NIE unvermittelt stehen bleiben!) an Moria vorbei, den Berg wieder runter, dann wieder rauf, am Kloster vorbei (die Nonnen sind total aus dem Häuschen, klatschen, strahlen und babbeln uns auf walliserisch zu, was derart unverständlich ist, dass es mich ganz furchtbar an die Japanisch-Kassetten erinnert, nur dass ich da wenigstens meistens die Hälfte verstehe - dafür können die Walliser aber umswitchen zu einer Art hochdeutsch, sobald sie merken, dass man sie nicht verstanden hat - jedenfalls die, die aus dem "deutsch"sprachigen Wallis kommen; die anderen können dafür französisch...), an Elronds Haus vorbei (offiziell heißt es "Haus Heilige Familie" *räusper*) und zurück zu den Burgen, wo die Leute, deren Fackeln noch nicht unterwegs zerbröckelt wurden, die ihren wahlweise in den Brunnen oder Wassereimer tauchen oder einfach in die Finnenfackeln packen (manche schaffen das sogar, ohne sich die Finger zu verbrennen). Wieder unten auf der Wiese sichern Néniel und ich uns noch rasch Plätze gut vorne, aber nicht zu weit vorne, und dann geht das erste Live-Konzert los. Schandmaul ist schon arg genial, obwohl die Stimmung bei den späteren Konzerten besser war, und wir merken, dass wir doch zu weit vorne sind, weil wir die Bässe eher im Blut spüren als hören. Trotzdem großartig, und als das OKcha bei "Herren der Winde" Wunderkerzen verteilt (eigentlich hatten sie's vorher vor, gibt Varuna später zu, aber sie hätten es fast vergessen), sind wir alle ziemlich hin und weg. (Nur ich kriege bei jedem Blick gen Nordwesten Angstzustände, weil ich nicht so sicher bin, ob mein Auto da am Sonntag überhaupt wieder hinfährt... blöde Panik, sie dämpft das ganze viel zu sehr...)
Viel zu früh ist das ganze vorbei, obwohl die guten Jungs und Mädels uns eine Menge Zugaben gewähren - aber man muss ja denn doch an die Nachtruhe der Leuker Zivilbevölkerung denken (a propos - was täten die eigentlich, wenn es jetzt einen Verteidigungsfall gäb oder wie das heißt? In ihrem Bunker sitzen ja wir...). Schandmaul loben uns sogar noch, indem sie sagen, dass, wenn sie gewusst hätten, wie schön es hier ist und wie gut wir drauf sind, sie gern länger geblieben wären... so ein verrücktes Publikum wie uns haben sie sicher nicht allzu oft, denn die große Mehrzal der Leute ist kostümiert (dieses Jahr muss man nämlich nominiert werden, was voraussetzt, dass man sein Kostüm möglichst das ganze Fest über trägt, so dass es die Leute sehen). Teilweise sind die Kostüme auch unglaublich - Ideen haben die Leute! Angmar ist zum Beispiel ein Nazgul, aber nicht die einfache schwarze Variante, sondern ein Zwielicht-Ringgeist, also das, was Frodo sieht, wenn er den Ring auf hat; zwei Leute rennen als die Zwei Türme rum, mit einem Orthanc- und einem Barad Dûr-Krönchen; und die irrsten Ideen sehen wir erst noch...
Nun kann man immer noch im Grünen Drachen oder im Tänzelnden Pony bis open end Party machen, aber Néniel, Olwe und Maksatân wollen lieber den Schalf nachholen, der ihnen auf der Hinfahrt (in den "bequemen" Sitzen der DB im sanften Neonlicht eher schlaflos) entgangen ist. Ich schaue mir noch in Meduseld (dem Theatersaal, wo im letzten Jahr der Quenya-Kurs, der Kostümwettbewerb und die Schlussfeier waren und der dieses Jahr sehr rohirrisch geschmückt ist) die zweite Vorführung ever von Spell an. Ganz nett gemacht, obwohl die schauspielerischen Leistungen mich ein wenig an die Schul-Theater-AG erinnern, mir persönlich das Geschehen etwas zu sprunghaft ist (aber vielleicht igbts ja eine Special Extended Edition ;)) und die Spezialeffekte allen Zuschauern, ähm, sagen wir, viel Spaß machen. Aber man merkt, dass sie sich richtig viel Mühe gegeben haben, und die Locations sind klasse ausgewählt. Danach bin ich müde genug, um doch wieder auf die Schenken zu verzichten und mich in den Bunker zu schleppen, wo ich dann auch ganz schnell einschlafe. Allerdings wache ich nachts mehrfach auf (es kommen halt viele Leute erst tröpfchenweise später), und jedes Mal ist es stickiger (denn was ein echter Bunker ist, das hat keine Lüftung, sondern lediglich eine Luftwiederaufbereitungsanlage, die zwar dafür sorgt, dass niemand an Sauerstoffmangel eingeht, aber natürlich nicht dafür sorgen kann, dass die von 150 oder so Leuten verbrauchte und zugeschwitzte Luft wieder frisch oder auch nur kühler wird). Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden...



Fotos kommen, wenn sie entwickelt sind und ich sie eingescannt habe.

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