oloriel: (spring)
[personal profile] oloriel


Bzw. meine Freundin Judith sucht ein schönes Zuhause für zwei Katzenwaisen, die sie im Augenblick zur Pflege hat, aber eigentlich nicht behalten kann.
Ich weiß ja, dass die Katzenliebhaber unter meinen Lesern eigentlich alle schon versorgt sind, aber vielleicht gibt es ja doch noch jemanden, der zufällig gerade mit dem Gedanken spielt, Katzen zu adoptieren...

(Warnung: Zuckerschock. Link enthält unglaublich niedliche kleine Katzen. Ich hab sie gestern live gesehen UND DA SIND SIE NOCH VIEL NIEDLICHER, es ist nicht zu fassen.)

Date: 2013-07-04 05:51 am (UTC)
From: [identity profile] fusselbiene.livejournal.com
Ich habe in meinen Katzenforen angefragt - leider ohne Erfolg und mit viel Drama. Die Damen in der Vorstadt oder Stadt lassen ihre Katzen nicht vor die Tür, weil sie an einem Vogelschutzgebiet leben und das Wohl ihrer Katze nicht über das Wohl der Peripherie stellen oder nicht möchten, dass ihre Katzen Mäuse jagen, die sich aus den Mülltonnen von Menschen ernähren und teils putzmittelgetränkte Brocken von alten Lebensmitteln essen und so weiter und so fort.
Die Damen auf dem Land weigern sich, über das Füttern von einer "überteuerten Sch****marke voller tierischer Abfälle wie Royal Canin, die nur deshalb von Tierärzten empfohlen werden, weil sie Lobbyismus betreiben" auch nur nachzudenken und echauffieren sich jetzt lieber darüber, dass die Katzenleihmutter ihr Fachgebiet als Ernährungsberaterin angibt...

Sorry. -_-;

Date: 2013-07-04 08:24 am (UTC)
ext_45018: (hug me)
From: [identity profile] oloriel.livejournal.com
Nun, die Royal Canin-Geschichte ist ja schon nur noch ein Bonus-Punkt. (Und wenn Royal Canin die erste Wahl an Tierabfällen bekommt und MacDonalds die zweite Wahl... wo stehen dann WIR? O.ó) Außerdem: Wenn die Leute SELBER für ihre Katzen kochen, ist Judith das natürlich noch viel lieber. Die Marke, die sie da angibt, war ja eher das UNTERE Ende dessen, was sie vertreten kann ;)

Trotzdem danke für deine Mühe!

Date: 2013-07-04 02:55 pm (UTC)
From: [identity profile] http://users.livejournal.com/macalla_/
Naja, ich kann ja verstehen, dass sie die Kleinen nur in beste Hände abgeben will. Aber ich behaupte trotzdem, dass Katzen auch in einer Wohnung glücklich werden können, wenn man sie gut versorgt.

Was das Futter angeht, kann ich immer nur anführen: Wir (meine Eltern) hatten bisher zwei Katzen. Die eine wurde 21 Jahre, die andere 24 Jahre alt. Beide mit 'schlechtem' Futter und beide waren bis zu ihrem Tod gut auf den Beinen, nie krank und immer fröhlich. *Schulterzuck*

Man kann es schon so ein bisschen übertreiben ...

Worin ich allerdings zustimme ist die Tatsache, dass Katzen, die raus können (soll heißen: Wohnort an dem sie nicht in Gefahr sind, wenn sie rausgehen) auch raus und jagen sollen.

Date: 2013-07-04 03:45 pm (UTC)
ext_45018: (love.)
From: [identity profile] oloriel.livejournal.com
Nuja, es soll auch Raucher geben, die 95 Jahre alt sind und fröhlich weiterkettenpaffen. Trotzdem sollte man wohl nicht behaupten, dass Rauchen eine tolle Sache ist... man kann dann nicht jeden bekehren, aber bei den eigenen Stiefkindern würde man es vielleicht schon versuchen. ;)
Ich kann schon nachvollziehen, dass man da ein bissel militant wird, wenn man weiß, was im "normalen" Katzenfutter drin ist/sein kann.

Das mit dem Freigang ist ja eh so eine Kontroverse. Andere lehnen den kategorisch ab, weil Freigänger tendenziell jünger sterben, mehr Stress und mehr ungesundes Zeugs abkriegen. Und Vögelchen töten sie auch noch (auch wenn ja mittlerweile erwiesen ist, dass Katzen unter normalen Umständen keinen signifikanten Einfluss auf die Vogelpopulation eines Standorts haben), oh noes! In den USA gibt es ja sogar Züchter und Tierheime, die Katzen grundsätzlich NUR an Leute abgeben, die sie als reine Wohnungskatzen halten wollen, weil sie alles andere für Tierquälerei halten. *schulternzuck*

Ich denke auch, dass Katzen grundsätzlich auch in Wohnungen glücklich sein können, solange sie dort Freiräume zum Toben und Klettern haben. Ich denke aber auch, dass unsere Kater trotzdem mit keinem noch so gut versorgten Wohnungstiger tauschen müssen sollten ;)

Date: 2013-07-04 07:08 pm (UTC)
From: [identity profile] fusselbiene.livejournal.com
"Und Vögelchen töten sie auch noch (auch wenn ja mittlerweile erwiesen ist, dass Katzen unter normalen Umständen keinen signifikanten Einfluss auf die Vogelpopulation eines Standorts haben)"

Darf ich fragen, woher du diese Information hast? Alle Studien, die ich kenne (zuletzt eine etwa polemisch ausgewertete Studie aus den USA, Zusammenfassung auf Wikipedia (https://en.wikipedia.org/wiki/Feral_cat#Effects_on_wildlife)), besagen das genaue Gegenteil.
Katzen haben einen großen Einfluss auf die Population der Vögel, die am Boden nisten. Bestes Beispiel: Der von Katzen ausgerottete Stephenschlüpfer.
Bei Baumnistern fangen sie in der Regel primär schwache Tiere - das sind die Alten und Kranken, aber auch Küken und gerade flügge gewordene Jungtiere beim ersten Landen auf dem Boden. Über das Töten eben diese Jungtiere haben Katzen einen recht großen Einfluss auf die Entwicklung der Vogelpopulation von insbesondere den Arten, die zum Nisten immer in die gleichen Gebiete zurückkehren und die durch Katzen aus besiedelten Gebieten verdrängt werden. Nicht, weil die Tiere dieser Arten andere Nistgebiete suchen, sondern weil von Jahr zu Jahr weniger Tiere übrig bleiben, bis ehemalige Siedlungsgebiete völlig ausgestorben sind.
Von bedrohten Eidechsen- und Nagerarten fange ich jetzt mal gar nicht an.

Was den Rest angeht, stimme ich dir zu und verstehe, dass deine Katzen nicht mit einem Wohnungstiger tauschen müssen sollten. Ich glaube auch, dass unsere nicht mit dem straßenfernsten Freigänger switchen müssen sollten. Ist halt immer eine Frage des Katzencharakters und der Gewohnheiten. :)

Date: 2013-07-04 08:05 pm (UTC)
ext_45018: (for delirium was once delight)
From: [identity profile] oloriel.livejournal.com
Ich hab das demletzt (d.h. vor ein paar Monaten) bei uns in der Zeitung gelesen - der war mir genau deshalb aufgefallen, weil ich es eben vorher auch nur so kannte, wie du's beschreibst. In dem Artikel war das Argument, dass die Vögel (egal, wo sie nisten) schon immer (TM) durch Raubtiere und auch durch Menschen dezimiert wurden, und dass eine gesunde Population in einem guten Nistgebiet dementsprechend sogar darauf angewiesen ist, dass Katzen (oder andere Räuber) eine Art postnatale Geburtenkontrolle betreiben.
Den Artikel habe ich allerdings längst ins Altpapier transferiert, ich kann also nu nicht mehr nachschauen, was für eine Studie das genau war und wie die an ihre Zahlen kamen. Es kam mir damals schlüssig vor, was zugegebener Maßen aber auch an meiner Katzenliebe liegen mag. Und daran, dass ich mittlerweile echt auf Krawall gebürstet bin, wenn Leute dramatische Zahlen wie "50% aller XYZ sterben durch ABC" in die Gegend werfen. (Letztens las ich, dass 30% aller Bienen den Winter nicht überleben, oh Schreck oh Graus, das große Bienensterben! Zufällig erreichen aber etwa 1/3 jeden Volkes SOWIESO ganz natürlich über den Winter das Ende ihrer Lebensspanne erreicht. 1/3 sind... etwas mehr als 30%. Wenn immer ein paar Völker den Winter GAR nicht überleben, müssen also anderswo Völker erstaunlicher Weise zu 100% überleben, damit man im Mittel dann trotzdem wieder auf 30% kommt. Und so relativiert sich das Bienensterben... Aber ja, das gehört hier jetzt nur marginal hin.)

Dass in vielen Gegenden von Vornherein keine guten Nistbedingungen und keine gesunden Populationen gegeben sind, ist natürlich noch einmal eine anderes Problem. Allerdings vielleicht nicht gerade in einem Vogelschutzgebiet.

Katzencharakter ist in der Tat ein ganz wichtiger Punkt. ^^

Date: 2013-07-05 06:03 am (UTC)
From: [identity profile] fusselbiene.livejournal.com
"Und daran, dass ich mittlerweile echt auf Krawall gebürstet bin, wenn Leute dramatische Zahlen wie "50% aller XYZ sterben durch ABC" in die Gegend werfen."

Da könnte ich jetzt gar nicht heftiger nicken - polemisch und sensationsheischend aufbereitete Studien sind ein Graus. :/

Ich suche gerade nach einem Link zu einer deutschen Studie aus den frühen 2000ern, die zu dem Schluss kommt, dass durch daheim (zu)gefütterte Freigänger die Katzenpopulation um Siedlungen pro Quadratkilometer im Schnitt bis zu 20x so hoch ist wie unter natürlichen Bedingungen (bedenkend, das Wildkatzenreviere sich zwar überschneiden, sie aber idR jeweils ein bestimmtes Kerngebiet allein besiedeln).
Zugefütterte Katzen springen auf Beutetiere allerdings trotzdem an - sei es, um sie dann zu nommen oder nur aus Spieltrieb. Demnach ist die Belastung für die Gebiete dann natürlich auch nicht wirklich 20x so hoch wie unter natürlichen Katzensiedlungsbedingungen (immerhin muss das Gebiet die Katzen nicht allein ernähren), aber doch deutlich höher, als viele Tierpopulationen verkraften.

(PS: wenn dich der Kommentar jetzt doppelt erreicht - LJ hat mich mitten in der Sitzung gekickt und mir mitgeteilt, dass der anonyme Kommentar jetzt erst mal von dir gesichtet wird. Sorry für die Mulitbeschallung. -_-;)

Date: 2013-07-05 12:53 pm (UTC)
ext_45018: (hypnotizing kitten)
From: [identity profile] oloriel.livejournal.com
(Kein Problem, hast du doch nicht mit Absicht gemacht. Ich hab den anonymen Comment einfach gelöscht, stand ja das gleiche drin! ^^)

Ja, und ja. Soll heißen, wenn du den Link findest, hört sich das durchaus interessant und vernünftig an, also mehr nach "jain, aber" als nach "JA!!!" ;)

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