Jörg and I went running this evening. He had planned to do so since December; in a moment of recklessness, I had agreed to accompany him.
The way is a pretty one, around one of the many water reservoirs around here, and a mere 9 kms. And my legs feel as though they're about to fall off any second now, and I'm not entirely sure they manage to support my weight much longer. Of course, that's my own fault, because my sportive ambition forbids the consideration of giving up, so unless the road end or I break down, I run on. Fortunately, the road ended before I would have broken down.
When I ran before, it was a 3 km route through the forest near my parents' house. It took me about as long as it took to recite Mythopoeia in my head, which I always did simultaneously.
Today, the route was thrice as long, and it took me twice as long to recite the poem, in part because the effort kept diverting me, because I had almost forgotten parts, and also because Jörg kept talking. Eventually I recited the last stanzas aloud so he'd shut up. While running, mind you.
Well. I'm still alive, and I suppose I should be proud, and I'll sleep deeply tonight. But if I ever read in some story about some captured character being dragged after his horse-riding captors, I'm going to feel profoundly sorry for him.
Speaking of stories: The more I watch the news these days, the more I think that escapism is very much rectified. Anyone who goes about in this world without sometimes busying their mind with the imagined, unreasonable, insane, is to be considered dangerous, for they must be really insane.
Cannot cope. Off to Valinor.
- - -
Heute Abend sind Jörg und ich laufen gegangen. Er hatte das schon seit Dezember vor; und in meinem jugendlichen Leichtsinn hatte ich mich mal einverstanden erklärt, mitzulaufen.
Der Weg war ein sehr schöner, um eine der vielen Talsperren in der Gegend, nur 9 km. Und meine Beine fallen jetzt jeden Moment ab, und mein Gewicht wird von der Hüfte abwärts auch nicht besonders sicher getragen. Natürlich bin ich selbst dran schuld, denn mein sportlicher Ehrgeiz verbietet mir ja, das Wort "aufgeben" auch nur in Betracht zu ziehen, also laufe ich weiter, bis der Weg endet oder ich zusammenbreche. Glücklicherweise war der Weg zuende, bevor ich zusammengebrochen bin.
Die paar Mal, die ich vorher gelaufen bin, war es immer eine 3 km-Strecke durch den Wald in der Nähe meines elterlichen Wohnsitzes. Ich brauchte in etwa so lang zum Laufen wie zum mentalen Rezitieren von Mythopoeia, was ich daher weiß, dass ich es immer gleichzeitig gemacht habe.
Heute war die Strecke also drei Mal so lang, aber für das Gedicht habe ich auch doppelt so lang gebraucht, einmal, weil mich die Anstrengung ziemlich abgelenkt hat, weil ich Teile vergessen habe, und auch, weil Jörg sich die ganze Zeit mit mir unterhaltne hat. Schließlich habe ich die letzten Strophen laut rezitiert, um ihn zum Schweigen zu bringen. Beim Rennen also.
Naja. Ich lebe noch, und ich denke, ich könnte sogar stolz sein, und ich werde heute Nacht sicherlich gut schlagen. Aber falls ich je wieder in irgendeiner Geschichte auf einen Charakter stoße, der gefangen genommen wird und dann hinter seinen zu Pferde reitenden Häschern herrennen darf, werde ich ihn von ganzem Herzen bedauern.
Wo wir eh gerade bei Geschichten sind: Je mehr ich mir derzeit die Nachrichten anschaue, umso mehr bin ich überzeugt, dass Eskapismus wohlberechtigt ist. Jeder, der durch diese Welt geht, ohne seinen Geist hin und wieder durch Erfundenes, Unvernünftiges, Verrücktes zu beschäftigen, muss als Gefahr betrachtet werden, denn diese Menschen müssen wahrlich verrückt sein.
Komm nicht klar. Ab nach Valinor.
- - -
The way is a pretty one, around one of the many water reservoirs around here, and a mere 9 kms. And my legs feel as though they're about to fall off any second now, and I'm not entirely sure they manage to support my weight much longer. Of course, that's my own fault, because my sportive ambition forbids the consideration of giving up, so unless the road end or I break down, I run on. Fortunately, the road ended before I would have broken down.
When I ran before, it was a 3 km route through the forest near my parents' house. It took me about as long as it took to recite Mythopoeia in my head, which I always did simultaneously.
Today, the route was thrice as long, and it took me twice as long to recite the poem, in part because the effort kept diverting me, because I had almost forgotten parts, and also because Jörg kept talking. Eventually I recited the last stanzas aloud so he'd shut up. While running, mind you.
Well. I'm still alive, and I suppose I should be proud, and I'll sleep deeply tonight. But if I ever read in some story about some captured character being dragged after his horse-riding captors, I'm going to feel profoundly sorry for him.
Speaking of stories: The more I watch the news these days, the more I think that escapism is very much rectified. Anyone who goes about in this world without sometimes busying their mind with the imagined, unreasonable, insane, is to be considered dangerous, for they must be really insane.
Cannot cope. Off to Valinor.
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Heute Abend sind Jörg und ich laufen gegangen. Er hatte das schon seit Dezember vor; und in meinem jugendlichen Leichtsinn hatte ich mich mal einverstanden erklärt, mitzulaufen.
Der Weg war ein sehr schöner, um eine der vielen Talsperren in der Gegend, nur 9 km. Und meine Beine fallen jetzt jeden Moment ab, und mein Gewicht wird von der Hüfte abwärts auch nicht besonders sicher getragen. Natürlich bin ich selbst dran schuld, denn mein sportlicher Ehrgeiz verbietet mir ja, das Wort "aufgeben" auch nur in Betracht zu ziehen, also laufe ich weiter, bis der Weg endet oder ich zusammenbreche. Glücklicherweise war der Weg zuende, bevor ich zusammengebrochen bin.
Die paar Mal, die ich vorher gelaufen bin, war es immer eine 3 km-Strecke durch den Wald in der Nähe meines elterlichen Wohnsitzes. Ich brauchte in etwa so lang zum Laufen wie zum mentalen Rezitieren von Mythopoeia, was ich daher weiß, dass ich es immer gleichzeitig gemacht habe.
Heute war die Strecke also drei Mal so lang, aber für das Gedicht habe ich auch doppelt so lang gebraucht, einmal, weil mich die Anstrengung ziemlich abgelenkt hat, weil ich Teile vergessen habe, und auch, weil Jörg sich die ganze Zeit mit mir unterhaltne hat. Schließlich habe ich die letzten Strophen laut rezitiert, um ihn zum Schweigen zu bringen. Beim Rennen also.
Naja. Ich lebe noch, und ich denke, ich könnte sogar stolz sein, und ich werde heute Nacht sicherlich gut schlagen. Aber falls ich je wieder in irgendeiner Geschichte auf einen Charakter stoße, der gefangen genommen wird und dann hinter seinen zu Pferde reitenden Häschern herrennen darf, werde ich ihn von ganzem Herzen bedauern.
Wo wir eh gerade bei Geschichten sind: Je mehr ich mir derzeit die Nachrichten anschaue, umso mehr bin ich überzeugt, dass Eskapismus wohlberechtigt ist. Jeder, der durch diese Welt geht, ohne seinen Geist hin und wieder durch Erfundenes, Unvernünftiges, Verrücktes zu beschäftigen, muss als Gefahr betrachtet werden, denn diese Menschen müssen wahrlich verrückt sein.
Komm nicht klar. Ab nach Valinor.
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