oloriel: (No Future)
[personal profile] oloriel
*räusper* Inzwischen ist das gute alte Fragen-Meme ja schon, naja, etwas älter... aber ich find es trotzdem noch schön, und jetzt hab ich doch endlich Fragen (danke [livejournal.com profile] seefuchs ) und denke sogar mal daran, sie zu beantworten. Gecuttet, weil ich mich ja nicht kurzfassen kann.



Huh. Schwierig. Mit kurzen Haaren gefall ich mir überhaupt nicht, deswegen wäre die erste spontane Antwort "unter keinen Umständen". Nun soll man ja niemals nie sagen, und die zweiten, nicht mehr ganz so spontanen Antworten wären dann beispielsweise a)Neugierde, b) wenn ich wirklich so richtig die Nase von meinen langen Haaren voll hätte (das jetzt bitte nicht wörtlich nehmen...), oder c) in irgendeiner einigermaßen absurden Situation, so á la "wenn ich auf der Flucht wäre und mich tarnen müsste", "wenn ich Guerilla-Kämpferin wäre", sowas halt. Unter eher unwahrscheinlichen Umständen also.




Noch schwieriger. Letztlich glaube ich an ein wirres, selbstgebasteltes System (im weitesten Sinne) aus Versatzstücken verschiedener Mythen, Glaubensrichtungen und philosophischen Ansätzen, dass ich hoffentlich nicht detailliert darlegen muss (vermutlich wäre das ohnehin unmöglich). Aber in gewissem Maße ist "Schicksal" mit dabei. Warum? Weil ich vom Zufall nicht überzeugt bin. Weil ich zu oft das Gefühl habe, dass ich Muster erkennen kann, dass gewisse Dinge einfach zu gut zusammenpassen. Ich glaube allerdings nicht daran, dass tatsächlich alles vorherbestimmt ist und man nichts dagegen tun kann und dass alles nur danach strebt, diese Bestimmung zu erfüllen.




Die erste, die mir jetzt einfällt: Da war ich wohl so sechs oder sieben, gerade in der Schule jedenfalls. Hinter dem Haus meiner Eltern sind eigentlich nur noch Weiden und Felder, wenn man vom Lagerhaus eines Dachdeckers absieht. Dieser Dachdecker, der Herr Sade, war ziemlich unbeliebt, und wir Kinder hatten auch richtig Angst vor ihm. Allerdings waren direkt neben dem Schuppen auch die bereits erwähnten Weiden, und da grasten damals wie heute vier Islandpferde, die wir als Kinder natürlich oft besucht haben, um sie mit altem Brot, Möhren oder Äpfeln zu füttern und zu streicheln. Leider musste man, um zu ihnen zu kommen, eben erst einmal am Vorhof vor Herrn Sades Schuppen vorbei, und da lag dann immer der Schäferhund Gero. Normalerweise war er angebunden, so dass er uns zwar immer fürchterlich anblaffte und an seiner Kette zerrte, aber er ist eben nie an uns herangekommen, auch wenn wir natürlich trotzdem furchtbare Angst hatten. Eines Tages war er dann wohl nicht angekettet, und plötzlich sprang dieses Riesentier auf uns zu. Irgendetwas Dummes habe ich dann wohl gemacht, jedenfalls rannte er direkt auf mich zu, und ich rannte weg. Das heißt, ich rannte immer im Kreis, und Gero immer hinterher, laut blaffend. (Wahrscheinlich wollte er nur spielen, aber erklär das mal einer verängstigten 6jährigen, deren Schultern nicht wesentlich höher als die des Hundes sind!) Der Lärm lockte dann Sade und seine Gesellen aus dem Schuppen (meine Freunde hatten sich in Sicherheit gebracht), und die lachten sich halbtot. Derweil rannte ich also immer schön im Kreis herum, gefolgt von diesem Kalb. Geschrien habe ich natürlich auch, und irgendwann kamen dann endlich meine Eltern angerannt und sorgten dafür, dass Sade seinen Wachhund einfing und wieder ankettete. Aber ich bin bestimmt fünf Minuten hilflos herumgerannt, während die Männer das alle furchtbar komisch fanden. Da hatte ich noch eine Weile richtig Albträume von.




War eine lange Zeit eins von meinem ersten Judotrainer, Dirk: Beim Mattenabbauen hatte irgendjemand mal wieder die Matten schief gestapelt, und eine ließ sich auch nicht ohne weiteres geraderücken, weil schon 5 oder 6 weitere drauflagen. Die habe ich dann hochgestemmt und die eine schiefe mit dem Fuß gerade hingekickt. Daraufhin staunten die starken Jungs (Tatami können erstaunlich schwer sein), und Dirk meinte, "Tja, die Christiane ist zwar klein, aber richtig stark!" Darauf war ich ziemlich lang ziemlich stolz, weil ich mich nämlich immer furchtbar geärgert habe, dass ich so klein war und mir keiner was zutraute.
Ansonsten kann ich mit Komplimenten eher schlecht umgehen und vergesse sie auch schnell (dafür kann ich mir aber Beleidigungen ewig merken *augenroll*), aber obwohl das jetzt schon wieder kitschig klingt, ist das schönste Kompliment für mich momentan eigetlich, dass Jörg es trotz meiner Macken bisher mit mir ausgehalten hat...




Für nur einen Moment, vielleicht auch etwas länger: ja. Es gibt solche Situationen, in denen man tatsächlich furchtlos ist.
Aber Dauerzustand ist absolute Furchtlosigkeit, glaube ich, unmöglich (und auch nicht erstrebenswert).


So. Das Spiel funktioniert folgendermaßen: Ich habe meine Fragen beantwortet, jetzt darf ich welche stellen. Mag irgendjemand gefragt werden?
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