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[personal profile] oloriel
Ja, es geht noch weiter. Mit dem Samstag, 19.07.03...


Heute früh ist das Klima nicht besser als gestern, also beschließe ich, mich nicht länger als nötig in Moria aufzuhalten und dusche unten in der Turnhalle, wo es (außer im Treppenhaus) wunderbar kühl ist (das Wasser streckenweise allerdings auch). Danach gehts mir gleich besser, und das Frühstück kann kommen. Dort treffe ich gleich Frodo Granger, die die Brunchkarten einsammelt, sich gestern Abend die Hüfte ausgerenkt hat und sich partout weigert, jemand anderen ihre Schichten übernehmen zu lassen. Das gute Mädchen hat ein Samariter-Syndrom, das ist schon nicht mehr heilig. Außerdem versucht sie, alle davon zu überzeugen, dass Celeborn sie hasst. Letzterer bringt ihr zwischendurch eine Schmerztablette, verbietet ihr, heute Mittag in der Hobbitbar zu arbeiten, versichert ihr, dass er sie nicht hasst, und bedauert, dass Rhavin, der Medizin-Student und Erste-Hilfe-Beauftragte noch pennt und nicht zu erreichen ist. Fro ist noch nicht überzeugt, lässt sich aber immerhin darauf ein, auf ihre Mittagsschicht zu verzichtne, wenn sie jetzt weiter Brunchkarten sammeln darf.
Eigentlich wollte ich wenigstens die erste Hälfte des dritten DTG-Vortrags - "The Funnies" -mitkriegen, aber anscheinend haben die Dozenten verschlafen, und als sie dann mit zehnminütiger Verspätung auftauchen, lohnt es sich kaum noch, vor dem Tanzen wieder nach Meduseld zu gehen.
Heute fangen wir mit Linedance an, erst mit den drei Tänzen von gestern, dann bringen uns Elwing und Cereas (hoffentlich hab ich das jetzt richtig geschrieben...) einen Dreier- und zwei Paartänze bei. Der letzte ist extrem chaotisch und gefährlich, weil er viele komplizierte Drehungen erfordert, aber sehr spaßig. Heute hab ich sogar mal einen männlichen Tanzpartner (mit Rock *g*) erwischt, der sich, bis auf die Tolkienrune am Hinterkopf, ganz kahlgeschoren hat. Wir stimmen ab, welche Tänze wir abends vorführen, und dann werden die Iren von den Mittelaltertänzern verdrängt, weil wir eh schon überzogen haben. Das hat den Nachteil, dass diejenigen, die auch noch beim TTT-Neunkampf mitmachen wollen, nur noch etwa zehn Minuten haben. Wir einigen uns also schnell auf einen bäuerlichen Kreistanz (Chabloise oder so ähnlich) und den höfischen Traubentritt (den ich daheim auch auf CD habe, von Schelmish und von Corvus Corax, aber etwas schneller, als wir ihn hier tanzen *g*. Nach zwei Durchgängen von jedem will Ingrid uns noch schnell einen wirklich komplizierten Kreistanz beibringen, mit Partnerwechseln, durch-die-Gegend-Schleudern und Gehopse - es endet im Chaos, macht aber wieder extremst Spaß. Außerdem lernen wir einen praktischen Trick, um das ewige Auf-den Rock-Treten zu vermeiden - einfach einen Zipfel des Rockes in den Gürtel stecken. Dass dadurch nun unlöblicherweise eine Wade enthüllt wird, war im Mittelalter wohl durchaus Absicht - und sollte jemand diese Unanständigkeit monieren, musste man halt die Klimaanlage wieder ausbauen...
Und dann verabschiede ich mich unauffällig, um den Neunkampf mitzuerleben.
Dieser ist der Nachfolger des Gefährten-Neunkampfes vom letzten Jahr, als Neunermannschaften gegeneinander antraten und jeder zwei Rollen spielte (ich war Sam und Merry). Und er fängt natürlich verspätet an, so dass ich gar nicht früher hätte gehen müssen... dummerweise nutze ich die Zeit nicht, um einen neuen Film zu holen, sondern
verquatsche sie mit Frodo Granger, die ihre Hüfte wieder eingerenkt und eine Arztrechnung von mehr als 100 CHF am Hals hat, und Néniel. Inzwischen sind die Gruppen eingeteilt - es gibt Adler, Falken, Nazgûl, Olifanten und Balrogs, die beiden DTG-Vorsitzenden sind bei den Olifanten - aber wir bleiben auf der Burgmauer, weil es auf der Wiese so gut wie gar keinen Schatten gibt. Dadurch kriege ich denn auch von den ersten Aufgaben nicht viel mit; ich glaube, für Théoden gibt es ein Steckenpferderennen, Gimli muss, statt in Helms Horn, ins Alphorn pusten, und Éowyn muss, "Herzblatt"-mäßig, durch geschicktes Fragen ihr Brüderlein erkennen. Dann ist mein Film voll und ich laufe, um einen neuen zu holen, nach Moria, wo es jetzt überraschend kühl ist und sich gut aushalten lässt.
Frisch bewaffnet komme ich gerade zu Frodo und Sams aufgabe wieder, die aus einem Dreibeinlauf über einen Parcours besteht, der besonders den langgewandeten Damen Schwierigkeiten bereitet. Sie kennen eben den tollen Trick nicht, den wir beim Tanzen gelernt haben... ;)
Im Schatten des Zaunes und der Banner und mit einer Cola ausgerüstet lässt es sich noch einigermaßen aushalten, als wir zuschauen, wie die Gollums mit verbundenen Augen Seifen-"Fische" aus einem glitschigen Seifenlaugenbottich fischen, die Baumbarte Stelzenlaufen (das sieht ziemlich gefährlich aus, viele stürzen sehr spektakulär, Eru sei Dank, ohne sich was zu tun) oder Stelzenlauffudeln (bei den Olifanten bewegt das Fußvolk die Stelzen, was nach Néniels und meiner Ansicht eigentlich Kreativitäts- und Teamworkpunkte geben sollte; die Balrogs (oder doch die Nazgûl?) tragen ihren Baumbart auf den Stelzen über die Strecke), und inwzischen weiß ich auch wieder, was noch fehlte: Aragorns Aufgabe, das Zwergenwerfen. Dafür haben sie einen fast lebensgroßen (naja, ein Meter mindestens *g*), vermutlich auch recht schweren Kartoffelsackzwerg, der nun von den armen Aragornen (Aragorni? Aragorns?) durch die Gegend geschleudert werden muss...
Ich nominiere eine mittlerweile aufgetauchte Entfrau mit einem komplizierten Namen (Turedwain oder so *schäm*) sowie unsere Zwielicht-Nazgûl Angmar. Dann bricht alles in Hektik aus, weil sich alle für das Abendprogramm feinmachen. Ich hab ja nix zum feinmachen, das Paket ist zwar, wie mir eine SMS meiner Ma mitteilt, inzwischen angekommen, aber in Remscheid nützt es mir ja nix), bleibe also in meinem verschwitzten Zeug, lege mir aber immerhin meine Gondor-Fahne über die Schultern.
Dann suche ich unten auf der Wiese meine Mittänzer, und wir bangen unserem Auftritt entgegen... Vorher sind aber erst mal die Musiker dran, die unter Friedhelm Schneidewinds Leitung vier Stücke präsentieren; für eines motivieren sie ein paar Tänzer, und als ein Gimli einspringt, weil verzweifelt ein viertes Männlein gesucht wird, sind alle begeistert. Zwischendurch kommen plötzlich - die Argonath auf die Burgwiese getrottet, mit bald erlahmenden Armen, aber sehr befriedigtem Gesichtsausdruck. Nicht nur ich bedaure, dass sie sich jetzt erst zeigen, wo schon nomniert wurde... Sie beziehen links und rechts von der Bühne Stellung, wo nun eine Liedfassung der Kurzfassung der tragischen Geschichte von Beren und Lúthien (nein, nicht die zig-gesängige von gestern Abend, sondern die 9-strophige aus dem HdR) dargeboten wird, die aber, ebenso wie die Version des Tolkien-Ensembles, irgendwie... unbefriedigend ist. Immerhin ist es nicht die Krege-Übersetzung *g*... Die Vampirella lästert übrigens ganz böse über Friedhelm... nanu, was bahnt sich da an?
Vorläufig der Kostümwettbewerb, weil noch keine Musikanlage da ist, und wir besser nicht selber singen sollten, wenn wir vorführen. Also werden nun die Nominierten auf die Bühne gebeten, als da sind (wenn ich mich recht erinnere): Angmar, die Argonath (wer auch immer sie rechtzeitig gesehen hat), die Entfrau, die zwei Türme ("nicht handwerklich geschickt, aber kreativ", wie sie sich bezeichnen), Glorfindel aus Gondolin, Gandalf (der tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit Ian McKellen hat und auch mindestens so alt ist), Frodo und Sam, der vorhin noch tanzende Gimli (der allen, die ihn nominiert haben, Ale verspricht), Arathornion (was nicht etwa ein Mann ist, sondern die einzige Elbin, die es zum Wettbewerb geschafft hat), und die Fotos werden morgen enthüllen, ob ich irgendwen vergessen hab...
Während sich die Jury berät, werden schon einmal die Preise für die Tolkien-Herausforderung und das MEF-Quiz verteilt, und die Argonath dürfen Glücksfeen spielen, als es darum geht, den eigentlichen Lotterie-Hauptpreis (Aragorns Pfeife, die es noch gar nicht im Handel gibt), den aus Versehen ein OKcha-Mitglied gewonnen hat, unter den Helferlein zu verlosen; und dann teilt uns die Jury endlich ihre Entscheidung mit: Angmar liegt auf Platz drei, die Argonath auf dem zweiten, und der Sieg geht an Gimli, der sein Ale-Angebot auf alle ausweitet. Nun sollten wir tanzen, brauchen aber noch ein Weilchen, um uns zu sortieren, bevor wir mit dem Dreiertanz loslegen können. Dann kommt der komplizierte Richtungswechsel-Stepptanz, den wir furchtbar verbocken, weil auf der kleinen Bühne einfach zu wenig Platz ist; dafür haben alle viel Freude an Cotton Eye Joe.
Nun wollen wir eigentlich auch noch unsere mittelalterlichen Tanzkünste beweisen, aber die hat das OKcha wohl verpennt, denn es schickt schon alle an die Tische bzw die Eintagesgäste von der Wiese, und auf der Bühne werden schon die Sachen für An Lár aufgebaut, bis wir ihnen endlich beibringen können, dass wir eigentlich doch ganz gerne...
So kriegt kaum noch jemand etwas mit, was irgendwo schade ist, weil wir nicht mal patzen... *sfz*
Und dann geht es los, das traurige Abschiedsessen... wirklich traurig will es allerdings Eru sei Dank nicht werden, da wir gegenüber von Anti-Elb und Nickname sitzen, die Olwe gleich als Unterhalter und Empfangs-"Damen" für den nächsten Thing einstellen will. Die beiden können sich nämlich gemeinsam wunderbar aufschaukeln; legendär besonders die Gesangseinlagen ("Rhavin aufs Gerüst" oder auch "Ein Lied! Ein Lied! Ein Lied, zwo drei vier: Aaaaadelheid! -Schluss!"), aber auch die End- und Sinnlosdiskussionen. Zwischendurch gibt es Erklärungen zum Essen, die wie aber eh nicht mitkriegen. Dann kriegen wir das süchtigmachende, ciabattaähnliche Brot und Butter, Salz und Kräuter zum Selbermischen, und sind eine Weile beschäftigt... aber nicht lang genug. Vor dem Hauptgang gibt es auch noch ein kleines Lustspiel über die Pfynwaldräuber, wovon ich leider wieder nur die Hälfte mitkriege, mit viel Gekämpfe und Kunstblut, und der Räuberhauptmann ist eine Frau (nämlich Atall, nach der sich Anti-Elb und Kumpan schon neugierig bei Auge erkundigt hat).
Und dann muss endlich jeder Tisch zwei Mannen oder Frauen ausschicken, um ein Brett mit Fleich, Rotkohl, Kar-tof-feln und Bratäpfeln zu organisieren. Eine kurze Diskussion über verschiedene regiolektische Bezeichnungen von Kartoffeln kommt auf (Erdäppel, Äärpel, Tüften, Tüffeln...). Nach einer nahezu endlosen Wartezeit (mittlerweile ist die Sonne hinter die Burg gerückt, so dass wir endlich im Schatten sitzen) kommen dann die Essensholer zurück, und wir hauen richtig rein - zu sehr, um genau zu sein: als der Nachbartisch Essen bekommt, ist unser Brett schon leer, und wir schicken zwei neue Essensholer aus. Immerhin sitze ich genau zwischen den Tischen, so dass ich von beiden Ladungen was abkriege *pfiffel*... denn statt, wie geplant, 8 Mann, sitzen an jedem Tisch 10,11, so dass alles etwas knapp wird. Die zweite Ladung enthält denn bei uns auch nur noch Walnussbrot, Suppe von gestern, Rotkohl und Apfelküchlein. Von denne kriege ich nix mehr ab, aber bei der PP zwischendurch komme ich vorne vorbei, wo abgeräumt wird, und da sind noch jede Menge Bratäpfel und Apfelküchlein übriggeblieben, muahahah!
Oben an der Burg stelle ich fest, dass in Leuk alle wichtigen Ämter in den Händen von zwei, drei Familien liegen, bevor ich das Warten auf Néniel aufgebe und wieder runter gehe. Der Feuerspucker von gestern dreht seine Runden zwischen den Tischen, aber leider gibt's nichts mehr, was er grillen könnte...
Inzwischen beginnt auch An Lár zu spielen, und ich lasse mein Gondor-Banner in Néniels Obhut und gehe nach vorne, um mitzutanzen. Das tun heute sogar viele, die bei den letzten beiden Konzerten nur rumstanden, man fragt sich unwillkürlich, wie die Stimmung wäre, wnen es morgen noch weiterginge, und übermorgen, und... immerhin schaffe uch es, alle Angstgedanken an die Heimfahrt zu verbannen...
An Lár spielen sogar einen Reel für uns, damit wir noch mal unseren Cotton Eye Joe-Tanz machen können, wenn auch eben nicht auf Cotton Eye Joe... Wunderkerzen gibt es auch wieder, und wüste Massentanzaktionen. Ein Wunder, dass keiner mit den nackten Füßen in die Drahtreste steigt...
Wir zwingen die Band wieder zu mehr Zugaben, als sie eigentlich geben wollen, aber irgendwann ist es doch wieder vorbei. Es folgt die Abschiedsrede und eine Geldsammlung wegen der Arztrechnung.
Dann schluffe ich zurück zum Tisch, wo sich inzwischen ein Friedhof leerer Smirnoff-Ice-Flaschen gesammelt hat und man über ein Wunderwerk namens "Similarion" redet, das wohl so etwas wie der "Herr der Augenringe" fürs Silmarillion ist. Allerdings wurde es wohl nie vollendet, und nicht mal der Anti-Elb fühlt sich dieser Aufgabe gewachsen. Er macht sich auf zu den anderen Mordorianern, um nochmal den Sieg zu begießen.
Lange halten wir es wieder nicht aus; noch ein paar Ausflüge zu Karnevals- und Kinderserienliedern und die Rückgabe des Altglases, und wir machen uns auf den Weg zu den jeweiligen Ruhestätten, schaffen es aber immerhin, uns fürs Frühstück zu verabreden.
Moria ist sehr leer - ich nehme an, die meisten machen durch - aber ich decke mich trotzdem heut bloß mit dem Gondor-Banner durch, was möglicherweise nicht besonders respektvoll, aber dafür sinnvoll ist, der Schlafsack ist nämlich wirklich zu warm gewesen. Und während es dann doch voller wird, schlafe ich ein letztes Mal im Bunker ein...



Und morgen sind hoffentlich die Fotos fertig, so dass ich sie am Wochenende endlich einscannen kann.

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