Travel Nerves
Aug. 27th, 2004 10:54 amI noticed it when I went to visit Jörg in Heilbronn, and I noticed it yesterday when I waited for the train to Cologne: Whenever one of the really fast, far-travelling trains went by, I felt something inside me rush up and follow it along for a while, like a dry leaf on the tracks torn upwards by the train's speed, fluttering in its wake. I feel the urge to get onto one of those trains to far away (not that 'far away' is really far away; you don't get that in a country where, no matter where you roam, one day's driving into any direction will get you into a different country). I suppose I've gotten so used to being away during the summer vacations that a summer in which I'm not going to any different place for a longer time feels incomplete, and my heart longs to amend it. The last summer vacation where I didn't go anyplace at all lies at least 19 years back. Now of course I'll spend the next week on the Wewelsburg with Jörg's jûdô club; but that's not at all a vacation, it's more like a field trip to Isengard. I'm going to teach kanji and kana to little Uruk-hai. Hurrah. They're going to kill me - if they're merciful. They'll probably do much more horrible things.
I can't deny it: With even the Middle-earth Festival in Switzerland not taking place this year, without at least a few days in another country (maybe another city would do, too), the summer feels empty. It's bad luck that, additionally, Jörg was away most of the time, because I'm fairly sure he could have counteracted that feeling.
And I shouldn't complain, didn't I have my wonderful Easter vacation trip? I did. Will I not go to Rome with my parents in October? I will. So it's really rather ungrateful and spoiled to complain about an empty summer because I don't get away much. But I can't help it. Whenever the trains to Paris and Verona, Rotterdam and Basel pass, my heart flies up to follow them for a while, until it returns to me, out of breath, and beats take me away take me away.
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Returning from Cologne, there was a guy on the train who looked exactly like Viggo Mortensen. Of course I did nothing but stare as inconspicuously as I could. It probably wasn't him, anyway. I can think of no reason why Viggo Mortensen should take the commuter train from Cologne West to Opladen.
And finally: Now they re-built the scaffold and are at the balcony again. I'm giving up trying to understand them.
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Es fiel mir auf, als ich Jörg in Heilbronn besucht habe, und es fiel mir gestern auf, als ich auf den Zug nach Köln wartete: Wenn ein ICE vorbeifuhr, flatterte in mir etwas auf und reiste ein Stück mit ihm mit, wie ein trockenes Blatt auf den Gleisen, dass vom vorbeifahrenden Zug hochgeweht wird und noch eine Weile im Fahrtwind flattert, wenn der Zug bereits weg ist. Ich fühle den Drang, in einen dieser Züge nach weit weg einzusteigen (nicht, dass ich wirklich weit weg kommen würde - wie denn auch, in einem Land, wo einen eine Tagesfahrt in jedwede Richtung in ein anderes Land bringt?). Ich fürchte, ich habe mich so sehr daran gewöhnt, in den Sommerferien zu verreisen, dass ein Sommer, in dem ich nicht für eine längere Zeit anderswo bin, sich unvollständig anfühlt, und dieser Sommer sich offensichtlich dem Ende zuneigt.
Die letzten Sommerferien, in denen ich nirgendwo Urlaub gemacht habe, liegen nun einmal mindestens 19 Jahre zurück. Gut, ich bin die nächste Woche mit Jörgs Jûdô-Verein auf der Wewelsburg, aber das ist kein Urlaub, sondern ein Ausflug nach Isengard. Ich darf kleinen Uruk-hai kanji und kana beibringen. Na hurra. Sie werden mich umbringen. Und das nur, wenn sie gnädig sind. Vermutlich denken sie sich etwas viel Schlimmeres aus.
Ich kann es nicht verleugnen: Mit nicht einmal dem Mittelerde-Fest in der Schweiz dieses Jahr, mit nicht wenigstens ein paar Tagen im Ausland (vielleicht täte es schon eine andere Stadt), fühlt sich der Sommer leer an. Unglücklicherweise war Jörg ja auch die meiste Zeit nicht da, denn ich bin sicher, er hätte was gegen dieses Gefühl tun können.
Und ich sollte mich eigentlich nicht beschweren, denn hatte ich nicht meine wunderbaren Osterferien? Hatte ich. Werde ich nicht im Oktober mit meinen Eltern nach Rom fahren? Werde ich. Ich bin also ziemlich undankbar und verwöhnt, dass ich jammere, der Sommer wäre leer, weil ich nicht verreise. Aber ich kann es nicht ändern. Wann immer die Züge nach Paris und Verona, Rotterdam und Basel vorbeifahren, springt mein Herz ihnen entgegen und folgt ihnen für ein Stückchen, bis es dann atemlos zu mir zurückkehrt und sein Schlagen sich anhört wie bring mich weit weg bring mich weit weg.
- - -
Auf der Rückfahrt von Köln saß mir ein Typ gegenüber, der genau wie Viggo Mortensen aussah. Ich hab natürlich nichts gemacht, außer ihn möglichst unauffällig angestarrt. Vermutlich war er's eh nicht. Ich wüsste nicht, warum Viggo Mortensen mit der Regionalbahn 48 von Köln-West nach Opladen fahren sollte.
Und zum Schluss: Jetzt haben sie das Gerüst wieder aufgebaut und hämmern weiter am Balkon rum. Ich geb's auf, sie verstehen zu wollen.
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I can't deny it: With even the Middle-earth Festival in Switzerland not taking place this year, without at least a few days in another country (maybe another city would do, too), the summer feels empty. It's bad luck that, additionally, Jörg was away most of the time, because I'm fairly sure he could have counteracted that feeling.
And I shouldn't complain, didn't I have my wonderful Easter vacation trip? I did. Will I not go to Rome with my parents in October? I will. So it's really rather ungrateful and spoiled to complain about an empty summer because I don't get away much. But I can't help it. Whenever the trains to Paris and Verona, Rotterdam and Basel pass, my heart flies up to follow them for a while, until it returns to me, out of breath, and beats take me away take me away.
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Returning from Cologne, there was a guy on the train who looked exactly like Viggo Mortensen. Of course I did nothing but stare as inconspicuously as I could. It probably wasn't him, anyway. I can think of no reason why Viggo Mortensen should take the commuter train from Cologne West to Opladen.
And finally: Now they re-built the scaffold and are at the balcony again. I'm giving up trying to understand them.
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Es fiel mir auf, als ich Jörg in Heilbronn besucht habe, und es fiel mir gestern auf, als ich auf den Zug nach Köln wartete: Wenn ein ICE vorbeifuhr, flatterte in mir etwas auf und reiste ein Stück mit ihm mit, wie ein trockenes Blatt auf den Gleisen, dass vom vorbeifahrenden Zug hochgeweht wird und noch eine Weile im Fahrtwind flattert, wenn der Zug bereits weg ist. Ich fühle den Drang, in einen dieser Züge nach weit weg einzusteigen (nicht, dass ich wirklich weit weg kommen würde - wie denn auch, in einem Land, wo einen eine Tagesfahrt in jedwede Richtung in ein anderes Land bringt?). Ich fürchte, ich habe mich so sehr daran gewöhnt, in den Sommerferien zu verreisen, dass ein Sommer, in dem ich nicht für eine längere Zeit anderswo bin, sich unvollständig anfühlt, und dieser Sommer sich offensichtlich dem Ende zuneigt.
Die letzten Sommerferien, in denen ich nirgendwo Urlaub gemacht habe, liegen nun einmal mindestens 19 Jahre zurück. Gut, ich bin die nächste Woche mit Jörgs Jûdô-Verein auf der Wewelsburg, aber das ist kein Urlaub, sondern ein Ausflug nach Isengard. Ich darf kleinen Uruk-hai kanji und kana beibringen. Na hurra. Sie werden mich umbringen. Und das nur, wenn sie gnädig sind. Vermutlich denken sie sich etwas viel Schlimmeres aus.
Ich kann es nicht verleugnen: Mit nicht einmal dem Mittelerde-Fest in der Schweiz dieses Jahr, mit nicht wenigstens ein paar Tagen im Ausland (vielleicht täte es schon eine andere Stadt), fühlt sich der Sommer leer an. Unglücklicherweise war Jörg ja auch die meiste Zeit nicht da, denn ich bin sicher, er hätte was gegen dieses Gefühl tun können.
Und ich sollte mich eigentlich nicht beschweren, denn hatte ich nicht meine wunderbaren Osterferien? Hatte ich. Werde ich nicht im Oktober mit meinen Eltern nach Rom fahren? Werde ich. Ich bin also ziemlich undankbar und verwöhnt, dass ich jammere, der Sommer wäre leer, weil ich nicht verreise. Aber ich kann es nicht ändern. Wann immer die Züge nach Paris und Verona, Rotterdam und Basel vorbeifahren, springt mein Herz ihnen entgegen und folgt ihnen für ein Stückchen, bis es dann atemlos zu mir zurückkehrt und sein Schlagen sich anhört wie bring mich weit weg bring mich weit weg.
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Auf der Rückfahrt von Köln saß mir ein Typ gegenüber, der genau wie Viggo Mortensen aussah. Ich hab natürlich nichts gemacht, außer ihn möglichst unauffällig angestarrt. Vermutlich war er's eh nicht. Ich wüsste nicht, warum Viggo Mortensen mit der Regionalbahn 48 von Köln-West nach Opladen fahren sollte.
Und zum Schluss: Jetzt haben sie das Gerüst wieder aufgebaut und hämmern weiter am Balkon rum. Ich geb's auf, sie verstehen zu wollen.
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hey
Date: 2004-08-27 06:42 am (UTC)Re: hey
Date: 2004-08-27 08:07 am (UTC)Nein, du hast ja völlig recht. Und ich war ja auch schon groß weg und sollte auch besser die Klappe halten ;)
no subject
Date: 2004-08-27 08:59 am (UTC)I feel summer creeping in,
and I'm tired of this town again!
Als der fruhe sommer komt, find' ich immer das ich gehen will, es machts nichts wo. Mein vater hat das "Coyote's Geschenk" angenemen.