Bitching Sparked By Bad Movie
Mar. 20th, 2006 01:20 pmOk, people. On Die Wolke. I hate to break it to you people, and I hate to sound like the book-whore that I am, but that book isn't really the most recent. It plays at a time when there was still a GDR border with armed posts, and when apartheid was in full swing down in South Africa. Both, by the way, are mentioned in the book and kind of vital to the point of the book. It plays at a time when reactor safety was only just born. It plays at the time when everybody knew everything about Tchernobyl and TMI except for some tiny but important factors, apparently. Today? TMI means 'too much information'. (Consider this, as Zeami would say, consider this well.)
It also plays at a time when terrorists weren't capable of trying to or succeeding to destroy, say, the World Trade Center. It plays at a time when there were, apparently, no hurricanes capable of leaving about as much destruction as the nuclear catastrophe in the above-mentioned book. It does play at a time when there was such a thing as a Cold War, but that's the matter of another book.
At any rate, making it a movie now rather than, you know, in the late 80s, is rather pointless. Oh, not pointless, of couse, seeing how everybody wants to phase out of nuclear energy today. But, you know. Making it a movie? And turning it into a fucking love story just to get the plot along, because there can't be any shocking encounters with GDR soldiers or heated arguments about leaving for South Africa anymore, just so people today will even watch it without going "Well, yeah, that's how things were 20 years ago..."?
It's like they sat in the studio, "So what is that book about?" - "Well, there's a nuclear catastrophe..." - "Oh yay, that sells! And then?" - "A long and tedious run through pretty much the whole of Germany-as-it-was-in-1987 with lots and lots and lots and lots of discussions and arguments and dealing with denial." - "THAT doesn't sell. Let's make it a love story. Context? Who needs context?" - Oh for Eru's sake. Sorry, but baaaaah.
*waits for being pelted withgenetically modified tomatoes by Greenpeace*
- - -
Ok, Leute. Ich muss mal eben über Die Wolke kotzen. Ich hasse es, dies der Menschheit mitteilen zu müssen, und ich hasse es, so zu klingen, als würde ich noch dem altmodischen Glauben nachhängen, das Filme nach Büchern sich tatsächlich irgendwo an die Bücher halten sollten, aber, ganz ehrlich, so richtig neu ist das alles nicht mehr. Das Buch spielt zu einer Zeit, als es noch eine DDR-Grenze mit bewaffneten Posten gab, und als die Apartheid im vollen Gange war. Im Übrigen werden auch beide im Buch erwähnt und sind relativ wichtig für die Plotpunkte. Es spielt zu einer Zeit, als die Reaktorsicherheit gerade mal erfunden wurde. Es spielt zu einer Zeit, als noch jeder alles über Tchernobyl und TMI wusstevon ein paar ganz besonders wichtigen Fakten mal abgesehen. Heute? Ist TMI internet-slang für "too much information". (Man sollte dies, wie Zeami sagen würde, wohl bedenken.)
Es spielt zu einer Zeit, als es noch keine Terroristen gab, die es versucht bzw geschafft haben, das World Trade Center zu zerstören. Es spielt zu einer Zeit, als Hurricanes offenbar noch nicht in der Lage waren, in etwa so viel Zerstörung anzurichten wie der fiktive Atomunfall in besagtem Buch. Dafür spielt es in einer Zeit, als es sowas wie 'nen Kalten Krieg gab, aber über das Szenario gibt's ja ein anderes Buch.
Dass man es jedenfalls jetzt verfilmt und nicht, sagen wir mal, in den späten Achzigern, als es aktuell war, ist ein wenig... blöde. Oh, natüüüürlich nicht blöde, wo doch jetzt der Ausstieg aus der Kernenergie so heiß diskutiert wird. Aber wisst ihr, es zu verfilmen? Und es dann in eine verdammte Liebesgeschichte umzuschreiben, damit es überhaupt noch läuft, wo ja die traumatischen Begegnungen mit DDR-Soldaten und die wütenden Streits darüber, wie man doch nur von einem Wahnsinn in den anderen rennt, wenn man nach Südafrika auszieht, damit die Leute es sich heute überhaupt noch angucken, ohne sofort zu sagen, "... naja, so war das vor 20 Jahren..."?
Ich glaube, die saßen im Studio, "Also, worum geht es denn in dem Buch?" - "Naja, da ist also dieser Super-super-GAU..." - "Oh super, das verkauft sich immer gut! Und dann?" - "Folgt eine lange und anstrengende Flucht quer durch Deutschland-in-den-Grenzen-von-1987 mit vielen, vielen, vielen Diskussionen und Streitereien und dem Umgang mit der Verdrängung." - "Uh, DAS verkauft sich nicht so gut. Machen wir doch eine Liebesgeschichte draus. Kontext? Wer will denn Kontext?" - Ach, um Erus Willen. Sorry, aber nööööö.
*wartet darauf, von Greenpeace mitGen-Tomaten beworfen zu werden*
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It also plays at a time when terrorists weren't capable of trying to or succeeding to destroy, say, the World Trade Center. It plays at a time when there were, apparently, no hurricanes capable of leaving about as much destruction as the nuclear catastrophe in the above-mentioned book. It does play at a time when there was such a thing as a Cold War, but that's the matter of another book.
At any rate, making it a movie now rather than, you know, in the late 80s, is rather pointless. Oh, not pointless, of couse, seeing how everybody wants to phase out of nuclear energy today. But, you know. Making it a movie? And turning it into a fucking love story just to get the plot along, because there can't be any shocking encounters with GDR soldiers or heated arguments about leaving for South Africa anymore, just so people today will even watch it without going "Well, yeah, that's how things were 20 years ago..."?
It's like they sat in the studio, "So what is that book about?" - "Well, there's a nuclear catastrophe..." - "Oh yay, that sells! And then?" - "A long and tedious run through pretty much the whole of Germany-as-it-was-in-1987 with lots and lots and lots and lots of discussions and arguments and dealing with denial." - "THAT doesn't sell. Let's make it a love story. Context? Who needs context?" - Oh for Eru's sake. Sorry, but baaaaah.
*waits for being pelted with
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Ok, Leute. Ich muss mal eben über Die Wolke kotzen. Ich hasse es, dies der Menschheit mitteilen zu müssen, und ich hasse es, so zu klingen, als würde ich noch dem altmodischen Glauben nachhängen, das Filme nach Büchern sich tatsächlich irgendwo an die Bücher halten sollten, aber, ganz ehrlich, so richtig neu ist das alles nicht mehr. Das Buch spielt zu einer Zeit, als es noch eine DDR-Grenze mit bewaffneten Posten gab, und als die Apartheid im vollen Gange war. Im Übrigen werden auch beide im Buch erwähnt und sind relativ wichtig für die Plotpunkte. Es spielt zu einer Zeit, als die Reaktorsicherheit gerade mal erfunden wurde. Es spielt zu einer Zeit, als noch jeder alles über Tchernobyl und TMI wusste
Es spielt zu einer Zeit, als es noch keine Terroristen gab, die es versucht bzw geschafft haben, das World Trade Center zu zerstören. Es spielt zu einer Zeit, als Hurricanes offenbar noch nicht in der Lage waren, in etwa so viel Zerstörung anzurichten wie der fiktive Atomunfall in besagtem Buch. Dafür spielt es in einer Zeit, als es sowas wie 'nen Kalten Krieg gab, aber über das Szenario gibt's ja ein anderes Buch.
Dass man es jedenfalls jetzt verfilmt und nicht, sagen wir mal, in den späten Achzigern, als es aktuell war, ist ein wenig... blöde. Oh, natüüüürlich nicht blöde, wo doch jetzt der Ausstieg aus der Kernenergie so heiß diskutiert wird. Aber wisst ihr, es zu verfilmen? Und es dann in eine verdammte Liebesgeschichte umzuschreiben, damit es überhaupt noch läuft, wo ja die traumatischen Begegnungen mit DDR-Soldaten und die wütenden Streits darüber, wie man doch nur von einem Wahnsinn in den anderen rennt, wenn man nach Südafrika auszieht, damit die Leute es sich heute überhaupt noch angucken, ohne sofort zu sagen, "... naja, so war das vor 20 Jahren..."?
Ich glaube, die saßen im Studio, "Also, worum geht es denn in dem Buch?" - "Naja, da ist also dieser Super-super-GAU..." - "Oh super, das verkauft sich immer gut! Und dann?" - "Folgt eine lange und anstrengende Flucht quer durch Deutschland-in-den-Grenzen-von-1987 mit vielen, vielen, vielen Diskussionen und Streitereien und dem Umgang mit der Verdrängung." - "Uh, DAS verkauft sich nicht so gut. Machen wir doch eine Liebesgeschichte draus. Kontext? Wer will denn Kontext?" - Ach, um Erus Willen. Sorry, aber nööööö.
*wartet darauf, von Greenpeace mit
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no subject
Date: 2006-03-20 02:43 pm (UTC)