Raindrops keep falling on my head...
Apr. 28th, 2004 09:59 pmI love rain. Really, I do. But it figures that the dogs and cats would start to fall from the sky exactly on the day that I finally decide to leave my jacket at home because I just carry it around in my bag anyway. Not only that, but it started just when I was on my way to class, so I couldn't wait for the downpour (which it didn't do anyway) but had to run through it. It's astonishing how cold you can get when your blouse and jeans are soaked; and it's astonishing how long it takes to dry.
It was still raining when I left class and went for my car; and just as I had reached it, and entered, and began to dry my glasses, the raining stopped.
Why, Manwe, I love you too.
While hurrying through the rain in the almost empty alley, I saw a pirate. That is, I saw a young man that, tanned, high cheekbones, with shoulder-length black hair, a trimmed beard and a black patch before his right eye. If it hadn't been for that patch, I'd have called him Jack Sparrow; but the patch was there, nothing to do about it. But a pirate all right. Cologne, you never cease to amaze me.
Today in English Drama, we started with the beginning of theatre, which were religious plays, among them passion plays. We learned that those might include everything from Creation to Judgmenet day, but also focus on the passion of the Christ (well, without that, it wouldn't have been a passion play, obviously). We learned that they came up during a time of violence, of witch hystery, of nationalism; we learned that they could last several days, that they tended to slightly change the "historical facts", spend only little time on Jesus' life and work but a lot of time on the final days; and that they were violent in the extreme: The violence was meant to protect the audience from the violent time, and from evil: Actually, the more cruel the passion plays were, the greater the catharsis, and the protection resulting from it. We learned that to play Jesus was rather dangerous, because the audience identified with the torturers rather than the tortured. Several actors, it seemed, were put to death by their own audience.
By the by, medieval passion plays were criticized because they were considered blasphemic by some, and because they were played at festivals on which people got drunk and ate. They didn't mind the violence back then.
Maybe Mel Gibson would have been more successful about 500 years ago. Although we do live in a time of violence, of terrorism hystery, of nationalism. *cough*
= = =
Es regnet, es regnet, die Erde wird nass
Ich liebe Regen. Das tue ich wirklich. Aber es war ja wohl klar, dass die Bindfäden an dem Tag vom Himmel strömen mussten, an dem ich endlich keine Jacke mehr mitgenommen habe, weil ich die ja dann eh bloß im Rucksack mit mir rumschleppe. Nicht nur das, aber es fing auch noch genau dann an, als ich auf dem Weg zum Seminar war, also konnte ich mich nicht unterstellen und aufs Ende warten (was lang gedauert hätte), sondern musste mich durchkämpfen. Es ist erstaunlich, wie kalt einem werden kann, wenn Bluse und Jeans völlig durchnässt sind; und es ist überraschend, wie lang sie zum Trocknen brauchen.
Als das Seminar zu Ende war und ich mich auf den Weg zu meinem Auto machte, regnete es noch immer; und genau als ich es erreicht hatte, und drin saß, und meine Brille abzuwischen begann, hörte es auf.
Ja, Manwe, ich liebe dich auch.
Während ich die fast leere Allee durch den Regen entlangeilte, traf ich einen Piraten. Beziehungsweise einen jungen Mann, sonnengebräunt, hohe Wangenknochen, schulterlanges schwarzes Haar, kurzer Bart und einer schwarzen Augenklappe vor dem rechten Auge. Ohne letztere hätte ich vermutlich "Jack Sparrow!" gerufen; aber die Augenklappe gehörte nicht hin, aber da war sie nun mal. Aber ein Pirat, ganz klar. Köln, du hörst nie auf, mich zu überraschen.
In Das Englische Drama haben wir mit dem Anfang des Theaters angefangen, und das waren vermutlich religiöse Vorspiele, zum Beispiel Passionsspiele. Wir lernten, dass die auch die ganze Geschichte von der Schöpfung bis zum Jüngsten Gericht beinhalten konnten, aber sich auch nur auf den Leidensweg Jesu (naja, ohne den wärs ja auch kein Passionsspiel mehr) konzentrieren konnten. Wir erfuhren, dass sie ihren Aufschwung in einer gewalttätigen Zeit voller Hexenhysterie und Fremdenfeindlichkeit hatten, dass sie die "historischen Tatsachen" gern auch etwas veränderten, dass sie Jesus Leben und Werk sehr kurz, dafür die Passionsgeschichte abresehr lang darstellen; und dass sie extrem blutig waren: Die Gewalt sollte das Publikum vor der tatsächlichen Gewalt in der Welt schützen, und vor dem Bösen: Tatsächlich galt, je brutaler die Passionsspiele, um so größer die innere Reinigung, und der Schutz, den sie mit sich bringen sollte. Wir erfuhren, dass es gefährlich war, Jesus zu spielen, weil die Zuschauer sich eher mit den Peinigern als mit dem Gepeinigten identifizierten, und mitspielen wollten: Auf diese Weise wurden wohl einige Jesusdarsteller umgebracht. Kritisiert wurden die Passionsspiele allerdings, weil sie manche als "blasphemisch" ansahen, und weil sie auf Festen gespielt wurden, auf denen sich die Leute auch gern mal besoffen und vollfraßen. Die Gewalt war aber wohl in Ordnung.
Vielleicht hätte Mel Gibson also vor 500 Jahren mehr Erfolg gehabt. Obwohl wir jetzt in einer Zeit der Gewalt voller Terrorhysterie und Fremdenfeindlichkeit leben.
*hust*
It was still raining when I left class and went for my car; and just as I had reached it, and entered, and began to dry my glasses, the raining stopped.
Why, Manwe, I love you too.
While hurrying through the rain in the almost empty alley, I saw a pirate. That is, I saw a young man that, tanned, high cheekbones, with shoulder-length black hair, a trimmed beard and a black patch before his right eye. If it hadn't been for that patch, I'd have called him Jack Sparrow; but the patch was there, nothing to do about it. But a pirate all right. Cologne, you never cease to amaze me.
Today in English Drama, we started with the beginning of theatre, which were religious plays, among them passion plays. We learned that those might include everything from Creation to Judgmenet day, but also focus on the passion of the Christ (well, without that, it wouldn't have been a passion play, obviously). We learned that they came up during a time of violence, of witch hystery, of nationalism; we learned that they could last several days, that they tended to slightly change the "historical facts", spend only little time on Jesus' life and work but a lot of time on the final days; and that they were violent in the extreme: The violence was meant to protect the audience from the violent time, and from evil: Actually, the more cruel the passion plays were, the greater the catharsis, and the protection resulting from it. We learned that to play Jesus was rather dangerous, because the audience identified with the torturers rather than the tortured. Several actors, it seemed, were put to death by their own audience.
By the by, medieval passion plays were criticized because they were considered blasphemic by some, and because they were played at festivals on which people got drunk and ate. They didn't mind the violence back then.
Maybe Mel Gibson would have been more successful about 500 years ago. Although we do live in a time of violence, of terrorism hystery, of nationalism. *cough*
= = =
Es regnet, es regnet, die Erde wird nass
Ich liebe Regen. Das tue ich wirklich. Aber es war ja wohl klar, dass die Bindfäden an dem Tag vom Himmel strömen mussten, an dem ich endlich keine Jacke mehr mitgenommen habe, weil ich die ja dann eh bloß im Rucksack mit mir rumschleppe. Nicht nur das, aber es fing auch noch genau dann an, als ich auf dem Weg zum Seminar war, also konnte ich mich nicht unterstellen und aufs Ende warten (was lang gedauert hätte), sondern musste mich durchkämpfen. Es ist erstaunlich, wie kalt einem werden kann, wenn Bluse und Jeans völlig durchnässt sind; und es ist überraschend, wie lang sie zum Trocknen brauchen.
Als das Seminar zu Ende war und ich mich auf den Weg zu meinem Auto machte, regnete es noch immer; und genau als ich es erreicht hatte, und drin saß, und meine Brille abzuwischen begann, hörte es auf.
Ja, Manwe, ich liebe dich auch.
Während ich die fast leere Allee durch den Regen entlangeilte, traf ich einen Piraten. Beziehungsweise einen jungen Mann, sonnengebräunt, hohe Wangenknochen, schulterlanges schwarzes Haar, kurzer Bart und einer schwarzen Augenklappe vor dem rechten Auge. Ohne letztere hätte ich vermutlich "Jack Sparrow!" gerufen; aber die Augenklappe gehörte nicht hin, aber da war sie nun mal. Aber ein Pirat, ganz klar. Köln, du hörst nie auf, mich zu überraschen.
In Das Englische Drama haben wir mit dem Anfang des Theaters angefangen, und das waren vermutlich religiöse Vorspiele, zum Beispiel Passionsspiele. Wir lernten, dass die auch die ganze Geschichte von der Schöpfung bis zum Jüngsten Gericht beinhalten konnten, aber sich auch nur auf den Leidensweg Jesu (naja, ohne den wärs ja auch kein Passionsspiel mehr) konzentrieren konnten. Wir erfuhren, dass sie ihren Aufschwung in einer gewalttätigen Zeit voller Hexenhysterie und Fremdenfeindlichkeit hatten, dass sie die "historischen Tatsachen" gern auch etwas veränderten, dass sie Jesus Leben und Werk sehr kurz, dafür die Passionsgeschichte abresehr lang darstellen; und dass sie extrem blutig waren: Die Gewalt sollte das Publikum vor der tatsächlichen Gewalt in der Welt schützen, und vor dem Bösen: Tatsächlich galt, je brutaler die Passionsspiele, um so größer die innere Reinigung, und der Schutz, den sie mit sich bringen sollte. Wir erfuhren, dass es gefährlich war, Jesus zu spielen, weil die Zuschauer sich eher mit den Peinigern als mit dem Gepeinigten identifizierten, und mitspielen wollten: Auf diese Weise wurden wohl einige Jesusdarsteller umgebracht. Kritisiert wurden die Passionsspiele allerdings, weil sie manche als "blasphemisch" ansahen, und weil sie auf Festen gespielt wurden, auf denen sich die Leute auch gern mal besoffen und vollfraßen. Die Gewalt war aber wohl in Ordnung.
Vielleicht hätte Mel Gibson also vor 500 Jahren mehr Erfolg gehabt. Obwohl wir jetzt in einer Zeit der Gewalt voller Terrorhysterie und Fremdenfeindlichkeit leben.
*hust*